
Foto © Suhrkamp |
Uwe Kolbe wurde 1957 in Berlin geboren. 1980/81 absolvierte er ein Sonderstudium am Literatur-Institut "Johannes R. Becher". Nach Auseinandersetzungen mit der Kulturpolitik der DDR hatte er in den 80er Jahren ein faktisches Publikationsverbot und arbeitete für verschiedene Untergrundzeitschriften. 1986 erhielt er ein Dauervisum und übersiedelte nach Hamburg. 1997 bis 2003 war er Leiter des Studios Literatur und Theater der Universität Tübingen. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Uwe Kolbe ist Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Tübingen (1993).
Begründung der Preisvergabe an Uwe Kolbe
Die Programmleiterinnen und Programmleiter der Literaturhäuser Berlin, Hamburg, Frankfurt, Salzburg, München, Köln, Stuttgart und Leipzig ehren Uwe Kolbe als einen Autor, dessen Lesungen sich durch das gelungene Zusammenspiel von Textqualität, Vortragsart und Dramaturgie auszeichnen.
Der Lyriker, Essayist und Übersetzer Uwe Kolbe hat einen neuen Ton in die junge deutsche Literatur gebracht. Er erhob seine Stimme gegen die Verkrustungen der Macht, sprach öffentlich aus, was seine Generation bewegte, forderte das Publikum und wurde dafür von ihm gefeiert und verehrt. Als Übersetzer gelangen ihm kongeniale Übertra-gungen von Federico García Lorca, Geoffrey Hill oder zuletzt von Hwang Chi-Woo.
In seinem Vortrag macht Uwe Kolbe die Erfahrungen aus zwei Gesellschaftssystemen transparent, er bildet Wirklichkeit in ihrer Komplexität ab. "Hochgradige Irritation" sei "sein bestes Erbteil", behauptet der Autor. Dank einer kritischen Sicht auf seine Umgebung, die sich Uwe Kolbe bewahrt hat, vermag er es, diese Irritation immer neu und berührend in Worte zu fassen. Er spielt meisterlich mit der Sprache und mit traditionellen Formen; er bricht sie auf, um seine Inhalte scheinbar leichtfüßig zu transportieren.
Zu seinen Publikationen zählen: Nicht wirklich platonisch, Gedichte (Suhrkamp 1994); Vineta, Gedichte (Suhrkamp 1998); Abschiede und andere Liebesgedichte (Suhrkamp 1999); Die Farben des Wassers, Gedichte (Suhrkamp 2001); Der Tote von Belintasch, Kriminalerzählung (Wunderhorn 2002); Thrakische Spiele, Kriminalroman (Nymphenburger 2005).
Die Mitglieder der Jury:
Thomas Böhm (Literaturhaus Köln), Tomas Friedmann (Literaturhaus Salzburg), Dr. Maria Gazzetti (Literaturhaus Frankfurt), Dr. Florian Höllerer (Literaturhaus Stuttgart), Dr. Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), Birgit Peter (Literaturhaus Leipzig), Ernest Wichner (Literaturhaus Berlin), Dr. Rainer G. Wittmann (Literaturhaus München)
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