Projekte     Bodo Hell - Preis der Literaturhäuser 2003  
 

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Bodo Hell - Fotos © Literaturverlag Droschl

Der österreichische Schriftsteller Bodo Hell erhält den Preis der Literaturhäuser 2003. Der Preisträger wurde bei der Leipziger Buchmesse auf dem "Blauen Sofa" vorgestellt, einer Veranstaltung von ZDFaspekte, DIE ZEIT und DER CLUB Bertelsmann, "Leipzig liest".

Der Preis besteht aus einer Lesereise durch alle im literaturhaeuser.net zusammengeschlossenen Literaturhäuser, die mit insgesamt 8.000 € honoriert wird. Bodo Hell tritt auf am: 6. Mai in Köln, 8. Mai in Hamburg, 13. Mai in Frankfurt, 14. Mai in Stuttgart, 15. Mai in Basel, 22. Mai in München, 23. Mai in Salzburg und 27. Mai 2003 in Berlin, jeweils in den Literaturhäusern um 20.00 Uhr. Für die freundliche Unterstützung danken wir dem Kulturforum der Österreichischen Botschaft Berlin und der AUSSCHNITT Medienbeobachtung.


Kurzbiographie

Bodo Hell wurde am 15. März 1943 in Salzburg geboren. Er studierte am Mozarteum (Orgel), an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien (Film und Fernsehen) sowie an der Universität Wien (Philosophie, Germanistik, Geschichte). Heute lebt er als Schriftsteller in Wien, im Sommer als Senner auf einer steirischen Alm. 1972 erhielt er den Rauriser Literaturpreis, 1991 den Erich-Fried-Preis, 1998 den Berliner Literaturpreis und 1999 den Preis der Stadt Wien. Im April 2003 erscheint sein neues Buch: "Tracht: Pflicht" im Literaturverlag Droschl.


Begründung der Preisvergabe an Bodo Hell

Bodo Hell - ein für viele noch und stets neu zu entdeckender Autor - erarbeitet seine Texte aus dem Material Sprache und thematisiert diese Sprachverarbeitung: in seiner Prosa, in radiophonen Texten (Hörspielen), in Essays, in Arbeiten für den Film und das (Musik-) Theater, in Lichtzeilen und (Foto-)Ausstellungen. Diese große Vielfalt, dieses interdisziplinäre Interesse, diese "Multimeisterschaft" wird nur einmal im Jahr unterbrochen, wenn Bodo Hell als Senner im Gebirge lebt und dort seiner "Jugendtugend" nachgeht, wie er seine besondere Beziehung zu den Bergen spielerisch nennt.

Der Preis der Literaturhäuser wird jährlich für das gelungene Zusammenspiel von Textqualität, Vortragsart, Ausführungen zum Text, Dramaturgie der Lesung (Textauswahl, Rekurs auf andere Künste, Einsatz anderer Medien) vergeben.
Bodo Hell ist ein Schriftsteller - vergleichbar mit Ernst Jandl, Gerhard Rühm oder H.C. Artmann -, dessen Texte oft erst durch ihre klanglich einnehmende Art und durch den konzentrierten Stil des Vortrags ihre größte Wirkung erreichen. Kritischer Sprachwitz, unterstützt und gelenkt vom Auftritt des Autors, seine Gestik und Mimik animieren über das Schmunzeln und Lachen hinaus zum Nachdenken, ja, fordern dieses heraus und fördern es zutage. Vortrag und Inhalt übertragen sich so in wunderbarer Weise auf das Publikum. Und dabei überrascht es immer wieder, welch starke Resonanz der Autor und seine Literatur bei unterschiedlichstem Publikum erzielen.

Helmut Heißenbüttel sprach im Zusammenhang mit Bodo Hells Buch "Stadtschrift" 1983 von "einem neuen Entwurf von Literatur". Das gilt heute wie vor zwanzig Jahren. Bodo Hell war und ist ein ständiger Wegbereiter für neue Formen der Literatur, unverzichtbar wie ein Meisterkoch in der Hexenküche der Wirklichkeiten und Möglichkeiten. Bodo Hell erzählt nichts, was nacherzählt werden könnte. "Das macht es ja alles so schwierig", sagte einmal Ernst Jandl, "und zugleich so interessant, nämlich seine Texte zu lesen und über sie zu sprechen."

Bodo Hell ist ein über Jahre und Jahrzehnte unermüdlicher und konsequent arbeitender Dichter, Künstler und Musiker. Seine Musikalität zeigt sich nicht nur im Orgel- und Maultrommelspiel, sondern in der Rhythmisierung seiner (Prosa-)Texte. Über seine Texte und den Vortrag (samt kritischer Reflexion) hinaus zeichnet er sich als multimedialer Autor in einer multimedialen Zeit aus, wobei er mit den Versatzstücken dieser Welt spielt, sie ständig bricht und hinterfragt. Bodo Hells Literatur - oft ein "Dickicht von Beobachtungen und Gedanken" (Ernst Nef) - ist eine Literatur zum Zuhören.

 
           
       
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