Die Schriftstellerin Ulrike Draesner erhält den
Preis der Literaturhäuser 2002. Die Programmleiterinnen
und Programmleiter der Literaturhäuser Berlin, Hamburg, Frankfurt,
Salzburg, München, Köln, Basel und Stuttgart ehren Ulrike
Draesner als eine Autorin, deren Lesungen sich durch das gelungene
Zusammenspiel von Textqualität, Vortragsart, Ausführungen
zum Text und Dramaturgie auszeichnen.
Kurzbiographie
Ulrike Draesner 1962 in München geboren. Nach dem Jura-,
Anglistik-, Germanistik- und Philosophie-Studium in München
und Oxford wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität
München; 1992 Promotion. Seit 1994 freie Autorin, Übersetzerin,
Essayistin und Herausgeberin. Ulrike Draesner lebt in Berlin.
Zuletzt erschienen: der Gedichtband "für die nacht geheuerte
zellen" (2001) und der Roman "Mitgift" (2002) im Luchterhand
Literaturverlag. 1995 erhielt sie den Förderpreis zum
Leonce-und-Lena-Preis, 1997 den Bayerischen Staatsförderpreis
für Literatur sowie den foglio-Preis für junge Literatur und
2001 den Hölderlin-Förderpreis.
Begründung der Preisvergabe an Ulrike Draesner
Die Programmleiter der Literaturhäuser haben Ulrike
Draesner als eine Autorin kennengelernt, die ihre herausragenden
Gedichte, Prosatexte und Essays auf stimmlich einnehmende
Weise vorträgt und durch ihren Vortragsstil eine Konzentration
vermittelt, die sich auf das Publikum überträgt.
In Publikumsgesprächen sowie in eigens für den
öffentlichen Vortrag verfaßten Texten zeigt sich
Ulrike Draesners Intention, Einblicke in die Entstehung ihrer
Werke sowie deren literarische Kontexte zu geben. Dabei verzichtet
Ulrike Draesner auf den literaturwissenschaftlichen Fachjargon,
ohne die Komplexität aufzugeben, die nötig ist,
wenn über avancierte Literatur relevant, pointiert, nachvollziehbar,
intellektuell erlebnisreich gesprochen werden soll. Mit anderen
Worten: Ulrike Draesner spricht mit den Mitteln der Literatur
über Literatur.
Ihre Bereitschaft, diese Fähigkeit in den Dienst von
Autoren-Kolleginnen und -Kollegen zu stellen, als literarische
Übersetzerin, Dolmetscherin und Moderatorin aufzutreten,
ist ein weiteres Zeichen für die Ernsthaftigkeit ihres
Bemühens um die Vermittlung von Literatur.
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