Projekte     "Poesie in die Stadt!"  
 

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"Das Gedicht, auch das schwierige Gedicht, muß in die Subway, in die großen Tageszeitungen, es muss im Radio zu hören sein, im Fernsehen muss es aufleuchten. Es muss, wie Strom, wie Tankstellen zur Verfügung stehen."

Joachim Sartorius
 
Poesie in die Stadt 2001, Foto © Heidi Maier Poesie in die Stadt 2001, Foto © Heidi Maier Poesie in die Stadt 2001, Foto © Heidi Maier
 

Grundgedanke der Literaturhäuser war es von Anfang an, dem prosaischen Alltag der Städte eine poetische Alternative entgegenzusetzen. Dabei sollte das Literaturhaus nicht nur Treffpunkt literarisch Interessierter sein, sondern auf seine Umgebung ausstrahlen und das städtische Umfeld selbst verändern. Mit der Sprache der Stadt, der Sprache des Alltäglichen, Vergänglichen, scheinbar Austauschbaren, kurz der Sprache der Werbeflächen, die dem Pendler, Geschäftsmann, Schulkind, Rentner und Flaneur gleichermaßen unvorbereitet an Häuserwänden und Straßenecken begegnet, brachten die Literaturhäuser ab dem Jahr 1999 die Poesie in die Stadt.

Nicht länger begleiten allein die gereimten Vorzüge eines Waschmittels Städter und Touristen in den Sommermonaten durch den Tag, sondern das Ungereimte zeitgenössischer Poesie bringt den Passanten ein kostenfreies Amüsement. Die poetische Werbung der Literaturhäuser fordert dabei nicht mit Worthülsen zum Kauf eines Produktes auf, sondern verleiht den Worten der Plakatwände und Litfass-Säulen selbst einen Inhalt, indem sie die Sprache in den Mittelpunkt stellt und allein dazu verführt, noch mehr von diesem oder jenem Autor lesen zu wollen. Als Autoren konnten unter anderem Marcel Beyer, Jürgen Becker, Franzobel, Durs Grünbein, Oskar Pastior, SAID, Raoul Schrott und Wolf Wondratschek gewonnen werden.

Die Plakate bedienen sich der ausgefeilten Technik zeitgemäßer medialer Kommunikation, springen sofort ins Auge, sind im Vorübergehen und mit einem Blick erfassbar und prägen sich dem Betrachter in ihrer ungewohnten Erscheinung ein. Darüber hinaus stößt man bei begleitenden Veranstaltungen erneut auf die Namen der Autoren, hört die plakatierten Verse auf gleichzeitig stattfindenden Lesungen und in Rundfunksendungen, sieht sie auf Postkarten und kann sie selbst im Internet als e-cards weiterverschicken. Zu den Sponsoren des Projekts zählen: DIFA (Deutsche Immobilien Fonds AG), Montblanc, Kulturstiftung des Bundes, Robert Bosch Stiftung, DFB Kulturstiftung, Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, ILG-Außenwerbung, DERG Deutsche Eisenbahn Reklame, Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und Arte.
 
           
       
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