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Grundgedanke der Literaturhäuser war es von Anfang
an, dem prosaischen Alltag der Städte eine poetische
Alternative entgegenzusetzen. Dabei sollte das Literaturhaus
nicht nur Treffpunkt literarisch Interessierter sein,
sondern auf seine Umgebung ausstrahlen und das städtische
Umfeld selbst verändern. Mit der Sprache der Stadt,
der Sprache des Alltäglichen, Vergänglichen,
scheinbar Austauschbaren, kurz der Sprache der Werbeflächen,
die dem Pendler, Geschäftsmann, Schulkind, Rentner
und Flaneur gleichermaßen unvorbereitet an Häuserwänden
und Straßenecken begegnet, brachten die Literaturhäuser
ab dem Jahr 1999 die Poesie in die Stadt.
Nicht länger begleiten allein die gereimten Vorzüge
eines Waschmittels Städter und Touristen in den
Sommermonaten durch den Tag, sondern das Ungereimte
zeitgenössischer Poesie bringt den Passanten ein
kostenfreies Amüsement. Die poetische Werbung der
Literaturhäuser fordert dabei nicht mit Worthülsen
zum Kauf eines Produktes auf, sondern verleiht den Worten
der Plakatwände und Litfass-Säulen selbst
einen Inhalt, indem sie die Sprache in den Mittelpunkt
stellt und allein dazu verführt, noch mehr von
diesem oder jenem Autor lesen zu wollen. Als Autoren
konnten unter anderem Marcel Beyer, Jürgen
Becker, Franzobel, Durs Grünbein,
Oskar Pastior, SAID, Raoul Schrott
und Wolf Wondratschek gewonnen werden.
Die Plakate bedienen sich der ausgefeilten Technik
zeitgemäßer medialer Kommunikation, springen
sofort ins Auge, sind im Vorübergehen und mit einem
Blick erfassbar und prägen sich dem Betrachter
in ihrer ungewohnten Erscheinung ein. Darüber hinaus
stößt man bei begleitenden Veranstaltungen
erneut auf die Namen der Autoren, hört die plakatierten
Verse auf gleichzeitig stattfindenden Lesungen und in
Rundfunksendungen, sieht sie auf Postkarten und kann
sie selbst im Internet als e-cards weiterverschicken.
Zu den Sponsoren des Projekts zählen: DIFA (Deutsche
Immobilien Fonds AG), Montblanc,
Kulturstiftung des Bundes, Robert Bosch Stiftung, DFB Kulturstiftung,
Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, ILG-Außenwerbung, DERG Deutsche Eisenbahn Reklame, Die Zeit, die Süddeutsche
Zeitung und Arte. |