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Ein Spiel dauert 90
Minuten. Und wie lange
dauern 90 Minuten? Wie
lange dauern sie ohne
Gesellschaft? Und wer
erträgt sie?

Ilse Aichinger


Ilse Aichinger wurde am 1. November 1921 in Wien geboren. Mit dem Einmarsch Hitlers in Österreich im März 1938 verlor die jüdische Mutter ihre Wohnung und Stelle als städtische Ärztin. Während die Zwillingsschwester Helga noch im Juli 1939 nach England fliehen konnte, verhinderte der Kriegsausbruch die geplante Ausreise der restlichen Familie. Ilse Aichinger und ihrer Mutter wurde ein Zimmer in unmittelbarer Nähe des Gestapo-Hauptquartiers zugewiesen. Sie überlebten, die Großmutter und die jüngeren Geschwister der Mutter wurden 1942 deportiert und ermordet. Nach Kriegsende begann Ilse Aichinger ein Medizinstudium, das sie jedoch nach fünf Semestern abbrach. Sie wurde Lektorin des S. Fischer Verlags und arbeitete außerdem an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. 1953 heiratete sie den Lyriker und Hörspielautor Günter Eich, mit dem sie zwei Kinder bekam. 1972 starb Günter Eich. Seit 1988 lebt Ilse Aichinger in Wien. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Literaturpreis der Gruppe 47 (1952), den Europa-Literaturpreis der Europäischen Union (1987), den Grand Prix 1998 der Internationalen Biennale der Poesie, den Joseph-Breitbach-Preis (2000) und den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels (2002).

Veröffentlichungen u.a.: Werke in 8 Bänden. Frankfurt a.M. (Fischer Taschenbuchverlag) 1991; Film und Verhängnis. Blitzlichter auf ein Leben. Frankfurt a.M. (Fischer Taschenbuchverlag) 2003; Kurzschlüsse. Wien (Edition Korrespondenzen) 2001 und als CD.

 
           
       
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